Waldlermesse

Veröffentlicht auf von Bonaventura

Zu den schönsten Erzeugnissen bayerischer Volksfrömmigkeit gehört meines Erachtens die Waldlermesse. Deshalb möchte ich hier den kompletten Text der Messgesänge veröffentlichen.

 

 

 

Kyrie

O Herr, i fall auf meine Knia

vor Dir nach all der Sorg und Müah,

die uns im Wald oft über Nacht

so muatlos und armselig macht.

Christ kyrie eleis, eleis, Christ kyrie eleis!

 

Du Herr, hast so viel Sunnaschein

und kannst zu allen liabreich sein,

leucht mir mit Deiner Himmelsgnad’

ins Herz, des so wenig Freuden hat!

Christ kyrie eleis, eleis, Christ kyrie eleis!

 

Erbarmst Dich meiner Sorg und Not,

geb’n aa no d’Stoa mir’s täglich Brot,

liacht wird’s im Wald und’d Herz wird frei,

Du, liaba Herrgott, steh mir bei!

Christ kyrie eleis, eleis, Christ kyrie eleis!

 

 

Gloria

Da Wald braust, Dir, Herrgott, zu Lob und Ehr;

der Wind fliagt scho z’weitast vom fernen Meer her.

Es beug’n sich alle Wipfel,

es singt um d’Fels’n-Gipfel:

Gloria, Gott im Himmel, wia bist Du so groß!

Unser Stimm is ja viel z’schwach, wia sag i Dir’s bloß?

 

Da Bach rauscht, Dir, Herrgott, zu Lob und Preis’;

die Vogerl, die singen die allerschönst Weis.

Koa End nimmt dös Singa,

im Wald hört ma’s klinga:

Gloria, Gott im Himmel, wia bist Du so groß!

Unser Stimm is ja viel z’schwach, wia sag i Dir’s bloß?

 

Jetzt wird der Wald ganz staad vor heiliger Scheu,

da klingen die Stimmen scho wieder aufs neu.

Der Herrgott gibt sein Segen,

 dem Schöpfer schallt’s entgegen:

Gloria, Gott im Himmel, wia bist Du so groß!

Unser Stimm is ja viel z’schwach, wia sag i Dir’s bloß?

 

 

Credo

Fest als wia a oachner Baam, so steht mei Glaubm

und koa Weda ko den Glaubm mir nimma raubm,

wenn’s ma aa mei Haus eireißt,

Vater, Sohn und Heiliger Geist

san und bleibm die höchsten Drei.

Muatta Gottes, steh mir bei!

 

Hat den Heiland uns geborn in stiller Nacht,

der am Kreuz sei Leb’m verlorn, dös Opfer bracht,

fahrt zur Höll’, steht auf vom Tod,

löst die Welt von ihrer Not,

schaug’n herab die heiligen Drei,

Muatta Gottes, steh mir bei!

 

Z’tiafst im Wald, da wart i gern, bis’s Wunder g’schiecht,

bis mi dann der Engel ruaft zum letzten G’richt,

laß, o Herr, mi würdig sei,

daß i kimm in Himmel nei,

aufi zu die heiligen Drei,

Muatta Gottes, steh mir bei!

 

 

Zur Opferung (Waldler-Ave)

[Gegrüßt seist Du, Maria.]

Du Jungfrau, so liacht wia der Mai.

[Du bist voll der Gnaden,]

und stehst mir so müatterlich bei.

[Der Herr ist mit dir,]

er verlasst ja sei Muatta gar nia,

[benedeit bist unter den Weibern,]

und alle fall’n nieder auf d’Knia.

[Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesus!]

Heilige Muatta Maria, bitt’ für uns sündige Leut,

unser Liab, himmlische Jungfrau, gilt Dir die ganz’ Ewigkeit.

Bitt’ für uns jetzt und im Stünderl, wo unser Lebmsliacht ausgeht,

daß unser Seel aus’m Elend zur höchsten Freud aufersteht!

Gnad gib uns in Gottes Namen, wenn uns das Aug’ müad zuafallt,

und dann beim Absterben, Amen, grüaßt Di mit uns da ganz Wald!

 

 

Sanctus

Heilig, heilig, großer Gott!

Heilig is Dei Himmelsbrot!

O Du allerhöchstes Guat,

bist des Heilands Fleisch und Bluat!

Mir grüaß ma Di,

liaber Herrgott, hosanna in der Höh!

 

Heilig bist Du, großer Gott!

Schaust herab auf unsre Not!

Wia’s im Wald jetzt singt und klingt

und wia’s Glöckerl aa mitschwingt!

Da grüaß ma Di,

liaber Herrgott, hosanna in der Höh!

 

 

Benedictus

Jetzt glanzt a jed’s Stäuberl dem Herrgott zur Ehr,

es rührt si koa Lauberl im Birkaberg mehr.

Es wispert koa Vogerl, ganz staad is da Bach,

voll Andacht denkt all’s über’s Gottswunder nach.

Mei Herzkammerl wird da so liacht und so weit,

kehr ei, liaber Jesus und mach uns die Freud!

Du bist ja so guat und Du bist ja so reich,

gar nix auf der Welt kimmt ja Deiner Liab gleich.

Oa Jubel, oa Klinga, es hallt und es schallt:

Da Heiland, da Heiland kimmt in unsern Wald!

Hosanna, hosanna, mir sing ma Dir schö,

vieltausendmal grüaß ma Di, Gott in der Höh!

 

 

Zur Kommunion

O Herr, i bin’s net würdig,

o Herr, i bin’s net wert,

daß der glorreich Christkönig

in mei arm’s Herz eikehrt.

Du warst so lammsgeduldig,

wia’s Di ans Kreuz ham g’schlagn,

und i wird so leicht schuldig,

muaß i des Kloanste trag’n.

 

Da Wald is halt so stoanig,

voll Würz und Straa und Sand,

da kimm i so alloanig

ohn’ Gottes Hilf net z’stand.

Oa Wort von Dir tat glanga,

na waa mei Seel schneeweiß,

und i derft na empfanga

de heil’ge Himmelsspeis.

 

Und is mei Sündenpinkerl

mir schier net zum vergeb’m,

hoff’ i im Herzenswinkerl

halt do’ aufs ew’ge Leb’m.

Beim letzten Agnus Dei,

gel, da verzeihst ma’s scho!

Mit Gott, so geh und steh i

und tua all’s, wos i konn.

 

 

Ite missa est

Jetzt geh i voll Frieden ins Waldhütterl nauf;

hoch überm Berg droben steht’s Himmelstor auf.

Is des a Gefunkel, a Pracht und a Glanz:

Der Herrgott segnt d’ Welt mit der Himmelsmonstranz.

 

Da zidert jed’s Asterl so fromm und so froh,

de Berg und de Baamerl, de leuchten nur so;

de Waldorgel braust und der Wipfelwind saust,

oa Glück und oa Jubel, wohins d’ nur grad schaust.

 

Da lasst si, ja lust’s nur, a Walddrossel hörn,

die dankt mit dem Liadl für d’Himmelsgnad gern.

Aa mir dank ma alle, es sei benedeit

der Herrgott im Himmel de ganz Ewigkeit.

 

Amen.

 

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
W
<br /> Hören kann man die Lieder übrigens bei uns unter http://www.waldlermesse.de/die-lieder/kyrie/<br /> <br /> <br />
Antworten