Bischöfliche Lüge und Heuchelei

Veröffentlicht auf von Bonaventura

 

Seit Papst Benedictus XVI. die Exkommunikationen der vier Weihbischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. aufgehoben hat, haben die Medien bekanntlich nichts unversucht gelassen, die Piusbruderschaft in eine menschenverachtende und antisemitische Ecke zu stellen. Selbst die großen renommierten Fernsehsender und Tageszeitungen waren sich nicht zu schade, mit handfesten Lügen und Verzerrungen ein grauenhaftes Bild der Piusbruderschaft zu zeichnen. Nun, das ist durchaus nichts Ungewöhnliches, seriöser Journalismus ist in Deutschland kaum zu finden. An Stelle gründlicher Recherche und Orientierung an der Wahrheit stehen Halbwahrheiten, Lügen und Vorurteile. Aber wie gesagt, das ist in Deutschland an der Tagesordnung. Das weitaus größere Ärgernis ist jedoch, dass auch der deutsche Episkopat sich derartigen Methoden verpflichtet fühlt. Ein Blick auf diverse Stellungnahmen der sog. „Bischofskonferenz“ oder auch einzelner Bischöfe erweist die Richtigkeit dieser Behauptung. Die Betitelung, die die Piusbruderschaft von dieser Seite erfährt, reicht von „nicht katholisch“ über „schismatisch“ bis hin zu „antisemitisch“ und „antidemokratisch“. Die Beweise für derart schwerwiegende Behauptungen bleiben die Herren Prälaten natürlich schuldig. Das ist auch gar nicht anders möglich. Die Piusbruderschaft hat ihre Anschauungen und Prinzipien immer offen gelegt, ihre Überzeugungen nie geheim gehalten. Den Mitteilungsblättern und Rundbriefen der Bruderschaft kann man ebenso viele Informationen diesbezüglich entnehmen, wie auch diversen Websites. Will man die deutschen Bischöfe nun nicht eines unglaublichen Schlendrians zeihen, so muss man zu dem Schluss kommen, dass sie die Wahrheit absichtlich verzerren oder gar schamlose Lügen unters Volk streuen. In diesen Tagen präsentiert sich uns wieder einmal ein Paradebeispiel einer solchen Vorgehensweise. Der Bischof von Regensburg, Mons. Gerhard Ludwig Müller, der sich selbst nur allzu gerne in der Öffentlichkeit als die personifizierte Papsttreue hinstellt, hat (am 9. März) in einem Grußwort bei einer Sitzung des sog. „Priesterrates“ behauptet, die Priester der Piusbruderschaft würden im Kanon der hl. Messe nicht für Papst und Ortsbischof beten und wären folglich schismatisch. Es ist kaum anzunehmen, dass hier Unwissenheit oder ein Versehen am Werk sind. Die Piusbruderschaft ist in den letzten Jahrzehnten nicht müde geworden, immer wieder zu betonen, dass ihre Bischöfe und Priester genau das tun, was Mons. Müller ihnen abspricht. Diesem sei angeraten, einmal das Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen zu besuchen, das ja in seiner Diözese liegt. Dann würde er bei einer Besichtigung der Sakristei feststellen, dass dort nicht nur ein Bild Seiner Heiligkeit hängt, sondern ebenso ein Schild mit der Aufschrift Ordinarius loci: Gerhardus Ludovicus. Deutet das nicht schwer darauf hin, dass in jeder Messe, die in Zaitzkofen gelesen wird für ihn als Ortsbischof gebetet wird? Aber hier geht es offensichtlich nicht darum, was der Fall ist und was nicht, sondern um das verbissene Festhalten an einer bestimmten Ideologie, frei nach dem Motto: es kann nicht sein, was nicht sein darf! Ist es unberechtigt, so etwas erbärmlich und kleinkrämerisch zu finden? Ein Bischof mag mit solchen Äußerungen vielleicht bei dem Teil der Katholiken gut ankommen, der dem liberalen Lager zuzuordnen ist, diejenigen Gläubigen aber, die sich der katholischen Tradition verpflichtet fühlen, wird er aufs äußerste befremden oder gar erzürnen. Wäre es nicht klüger, denen den Rücken zu stärken, die treu zu Papst und Kirche stehen, anstatt mit Ausfällen gegen die Tradition nur den Liberalen in die Arme zu spielen? Aber die katholische Tradition ist eben nicht jedermanns Sache, schon gar nicht die des deutschen Episkopats. Dieser ergeht sich auch nach jahrzehntelanger kirchlicher Zerstörung immer noch in den alten Konzilsschwärmereien. Dabei möchte es wohl jedem traditionsverbundenen Katholiken manchmal scheinen, er befinde sich in einem Zirkus. Warum ist es so schwer zuzugeben, dass die nachkonziliaren Reformen allesamt gescheitert sind, dass das „neue Pfingsten“ ausgeblieben ist? Bevor nicht der Großteil der kirchlichen Würdenträger sich den nackten und grausamen Tatsachen stellt, wird sich am Gesundheitszustand unserer Heiligen Mutter Kirche wenig ändern. Wenn die deutschen Bischöfe wirklich dem Heiligen Vater so treu ergeben wären, wie sie immerzu heucheln, dann würden sie in so manchen Angelegenheiten sein gutes Beispiel nachahmen. Vor allem das sei ihnen wärmstens anempfohlen!

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