Zum Geleit

Veröffentlicht auf von Bonaventura

Grüß Gott!

 

Die katholische Kirche befindet sich in einer schweren Krise. Das ist für jeden offensichtlich, der bereit ist, den Tatsachen ins Auge zu blicken. Der Priestermangel macht sich schon jetzt in vielen Diözesen deutlich bemerkbar, ebenso gehen viele Ordensgemeinschaften finsteren Zeiten entgegen. Liturgie und akademische Theologie gleichen rauchenden Ruinen. Vielerorts haben es die Hirten geschafft, ihren Schäflein ihren katholischen Glauben gehörig auszutreiben.

Das Szenario in dieser Art zu zeichnen ist gewiss nicht übertrieben, im Gegenteil, wer die Zustände in den Pfarreien, Diözesen oder auch theologischen Fakultäten hautnah miterlebt, weiß, dass das, was seit Jahrzehnten in der katholischen Kirche geschieht egtl. gar nicht in Worte zu fassen ist. Die Zerstörung hat in praktisch allen Bereichen Ausmaße angenommen, die fast die menschliche Vorstellungskraft übersteigen. Man ist geneigt zu sagen, dass Anarchie herrscht in der Kirche.

Natürlich fragt man sich, wie all das geschehen hat können. Wie sind all die Umwälzungen zu erklären? Reicht es aus, das II. Vaticanum dafür verantwortlich zu machen oder liegen die Ursachen weiter zurück?

Mit solchen und anderen Fragen werde ich mich auf diesem Blog beschäftigen. Neben der Kritik an kirchlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte sollen aber auch andere Themen Beachtung finden, so vor allem die überlieferte römische Liturgie, aber auch die Volksfrömmigkeit. Wenn man die Kirchenkrise unserer Tage verstehen will, muss man ihre Ursachen ergründen, vor allem dann, wenn man sich einmal klar geworden ist, dass ein Konzil wie das II. Vaticanum nicht einfach vom Himmel gefallen ist. Eine intensive Beschäftigung mit der Entwicklung der Kirche seit dem Ende des 19. Jhdts. zeigt dann auch tatsächlich, dass es schon lange vor dem II. Vaticanum Bestrebungen gewisser Katholiken gab, diverse Neuerungen in die Kirche einzuführen. So führt der Weg der Erforschung der Ursachen der Kirchenkrise bis weit in die erste Hälfte des 20. Jhdts. hinein, in die sog. Neuscholastik. Ohne eine gediegene Kenntnis dieser Epoche ist es unmöglich, die Entwicklungen auf und nach dem II. Vaticanum zu verstehen. Gleichzeitig verfolge ich damit das Ziel, die Neugierde des werten Lesers an der Neuscholastik zu wecken. Wenn ich auch nur im Ansatz zeigen kann, dass die pauschalen Vorwürfe, die ihr unablässig von den modernen nachkonziliaren Theologen entgegengeschleudert werden, jeder Grundlage entbehren, habe ich mein Ziel erreicht.

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